Angriffe auf kritische Infrastrukturen dominierten die Schlagzeilender letzten zwei Tage. Zwei Brandanschläge auf die Bahn-Hauptschlagader zwischen Düsseldorf und Duisburg und eine Welle unerlaubter Drohnenflüge über zentrale Anlagen in NRW verdeutlichen die Verwundbarkeit physischer Assets. Parallel zeigt der BREKO-Vorschlag eines dezentralen Infrastrukturatlasses,dass sichere Daten-Sharing-Modelle zur Effizienzsteigerung unabdingbar sind.
Auf der Cyber-Ebene liefern die neuesten Check-Point-Daten ein gemischtes Bild: Zwar sinken Lösegeldzahlungen leicht, doch Akteure wie“Qilin” und “Storm-2603” verlagern sich auf hochspezialisierte C2-Frameworks. Incident-Responder hatten alle Hände voll zu tun – von Schulen in Connecticut bis hin zuHigh-Tech-Konzernen wie Palo Alto Networks .
Die regulatorische Front bleibt ruhig: Keine neuen NIS-2- oder DORA-Verlautbarungen innerhalb des 48-Stunden-Fensters, während die EU mit der verlängerten RED-Frist Herstellern kurzzeitig Luft verschafft. Dennoch erhöht der Cyber-Resilience-Act den Druck, schon jetzt SBOM-Prozesse einzuziehen.
Unternehmen sollten auf die wachsende Bedrohung aus „Dronen + Sabotage“ reagieren, OT-Netze härten und Incident-Playbooks auf KI-gestützte Angriffe vorbereiten. Backup-Architekturen ohne Vendor-Lock-in werden zum Must-have für Geschäftsführer und Aufsichtsräte.
Nicht zuletzt zeigen die Erpressungsversuche gegen Ingram Micro, dass Lieferketten-Vektoren weiterhin lukrativ sind. Versicherer reagieren bereits, indem sie höhere Resilienz-Nachweise und Attack-Detection gemäß BSIG §11b verlangen.
Fazit
Die letzten 48 Stunden liefern zahlreiche Weckrufe – von Low-Cost-Drohnen bis zu hochentwickelten APT-Frameworks. Resilienz ist mehr als Compliance; sie entscheidet über Betriebskontinuität und Marktfähigkeit.