Hacktivismus wird zur Dauerprobe für Europas KRITIS. Der ZIUR-Befund; Polen als Hauptziel, dicht gefolgt von anderen EU-Staaten –unterstreicht die strategische Verschiebung hin zu DoS-Druck, ICS-Sondierung und Energie-Zielwahl. Für Betreiber heißt das: DDoS-Scrubbing, OT-Härtung und Melde-Exzellenz sind nicht „nice to have“, sondern Teil der Grundlast.
NIS-2 trifft oft näher am Herzen der Organisation als gedacht. Wer interne IT-Shared-Services bislang „unter dem Radar“ sah, sollte die Schwellen logikkonform konzernweit rechnen – sonst droht ein böses Erwachen mit Melde-, Audit- und Governance-Pflichten, die bislang nur externe Provider trafen. Der Querbezug zu DORA zeigt: europäische Organisationen nivellieren die Anforderungen über Sektorgrenzen hinweg.
Detection-Engineering muss kontinuierlich sein – und belegbar. Die jüngsten Aktualisierungen der Splunk-ES-Content-Dokus und die Reminder-Mechanik in splunk Enterprise Security befördern wiederholbare Analytik-Pflege, ATT&CK-Abdeckung und Evidencing – ein Pluspunkt für Compliance (DSGVO Art. 32, NIS-2).
Supply-Chain-Risiken kommen auch aus Dev-Ecken. Das kompromittierte Go-Modul zeigt, wie schnell „Hilfs-Tools“ zu Credential-Exfiltration werden. Sicherheits-Teams sollten Paketquellen inventarisieren, Egress zu Telegram/API-Endpunkten beobachten und Secrets-Rotation industrialisieren.
Mobile Threats bleiben Chefsache. Die Android-Spionage-App – maskiert als FSB-Antivirus – erinnert daran, dass VIP-/Executive-Schutz Mobile-EDR, App-Reputation und BYOD-Guardrails braucht. In Incident-Runbooks dürfen Mobile-Forensik und Token-Resets nicht fehlen.
Third-Party-Breach als Lackmustest für Resilienz. Der Farmers-Fall („>1 Mio. Betroffene“) illustriert, dass Third-Party-Risiken nicht nur Compliance-, sondern Kommunikations- und Vertrauenskrisen auslösen. Firmen brauchen belastbare Datenfluss-Kartierung, klare Vertrags-Kontrollen und geübte IR-Abläufe mit Partnern.