Die letzten 48 Stunden zeigen erneut, wie stark technische Schwachstellen und Regulierungstakte miteinander verzahnt sind: CISA hat frische ICS-Hinweise und drei neue KEVs veröffentlicht– ein klarer Fingerzeig für KRITIS-Betreiber, Patch-Backlogs in OT priorisiert abzuarbeiten und Kompensationsmaßnahmen zu aktivieren. In Europa sind diese Schritte nicht nur „Best Practice“, sondern zunehmend Pflichtprogramm unter NIS-2/CER.
Parallel konkretisiert das BSI den NIS-2-Meldeprozess – inklusive enger Fristen und Rollenverständnis. Das entlastet Unternehmen operativ und rechtlich, verlangt aber saubere Playbooks und Beweisführungsketten aus SIEM/GRC-Systemen. Lobby-Signale aus Berlin mahnen zudem, Doppelregulierung zu vermeiden und KRITIS-DG sowie NIS-2-Pflichten zu harmonisieren.
Lobbyregister beim Deutschen Bundestag
Im Finanzsektor verschiebt DORA weiter die Messlatte: Revidierte RTS schärfen die Kaskaden-Kontrolle im Sub-Outsourcing, während die EBA mit SupTech-Einblicken zeigt, dass Aufsicht künftig stärker auf datengetriebene Evidenz setzt. BaFin flankiert mit pragmatischen Dokumentationshilfen – ein Dreiklang aus Recht, Daten und Werkzeugen.
Freshfields Risk and Compliance
Auf der Produkt-/Plattformseite positioniert Cisco die Splunk-Integration offensiv – von Observability für AIbis TDIR-Workflows. Partnerschaften mit Non-Profits zeigen zudem, dass Telemetrie-/Security-Kompetenz gesellschaftliche Wirkung entfalten kann. Für Entscheider bedeutet das: Plattformkonvergenz beschleunigt, aber Governance-Hausaufgaben (AI-Act/DSGVO) bleiben.
Operativ bleibt die IR-Lage angespannt: Das USDOJ hat BlackSuit ins Visier genommen, Android-Patches schließen aktiv ausgenutzte Lücken und neue Ransomware-Opfer erscheinen im D-A-CH-Raum. Wer jetzt KEV-Listen, Mobile-EDR und forensische Beweisketten zusammenführt, verkürzt MTTD/MTTR – und senkt damit direkt Kosten und Haftungsrisiken.
Datenschutzrechtlich setzt die griechische Aufsicht mit einer DSGVO-Entscheidung Akzente, während Praxisbeiträge (z. B. Paketankündigungen) zeigen, dass Details im Consent-Design den Unterschied ausmachen. Für Produktmanager heißt das: Privacy-by-Design jetzt operationalisieren – nicht erst, wenn Bußgelder drohen.