Die NIS-2-Umsetzung nimmt Fahrt auf. Neue Leitlinien der EU-Agenturen konkretisieren Asset-Mapping, Meldewege und Lieferkettenprüfungen, während der deutsche Umsetzungsentwurf ab Mitte August im Bundestag liegt. Daraus entsteht ein doppelter Druck: Zero-Trust-Architekturen müssen technisch verankert werden, und Vorstände haften künftig persönlichfür mangelhafte Cyberhygiene.
Im Finanzsektor wird DORA über die finale EBA-Taxonomie und den EZB-Cloud-Leitfaden plötzlich greifbar: Quartalsweise Loss-Reports via XBRL und jederzeit ausfallsichere Multi-Cloud-Set-ups werden Pflicht. Wer sein Risk-Management und Exit-Strategien jetzt nicht aktualisiert, droht 2026 im Audit-Gegenwind zu kentern.
Auf Entwicklerseite sorgt MCPoison für Aufregung. Die RCE-Lücke in der AI-IDE Cursor zeigt, dass Supply-Chain-Angriffe nicht mehr am CI/CD-Gate enden, sondern direkt in Coding-Assistants zuschlagen können. Künftig wird kein SBOM-Scanner mehr das Marktplatz-Ökosystem ignorieren dürfen.
Die Akira-Ransomware nutzt vermutlich einen SonicWall-Zero-Day, während ein ELF-Stealer gezielt Ubuntu-Passwort-Manager anzapft. Wer heute noch auf reine Patch-Zyklen setzt, unterschätzt die Geschwindigkeit von Multi-Hit-Kampagnen. Incident-Runbooks brauchen deshalb erweiterte Forensik-Module und sofortige Egress-Filter.
Rückenwind liefern Resilienz-Innovationen. HPEs Immutable-Snapshot-Arrays, Rubrik/Sophos’ M365-Partnerschaftund Clarotys OT/IT-Detection zeigen praxisnahe Wege, RPO- und RTO-Ziele drastisch zu verkürzen. Gerade KRITIS-Betreiber gewinnen damit Optionen, um DORA- und NIS-2-Fristen ohne Rechenzentrums-Neubau einzuhalten.
Schließlich formt sich ein neuer Outsourcing-Megatrend: Budgetmangel undFachkräfteknappheit befeuern CISO-as-a-Service. Kapitalstarke Player wie CISO Global rüsten mit ML-Engines auf, während Studien zeigen,dass 85 % der Mittelstandsfirmen bereits Managed-Security-Provider nutzen. Wer flexible Pay-per-Use-Angebote schnürt, segelt 2026 im Wachstumswind.